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Kentucky - Bei der WM in Lexington haben die deutschen Springreiter den Einzug ins Finale der besten Vier verpasst. Als bester Deutscher, rangiert Carsten-Otto Nagel in der Einzelwertung auf den undankbaren fünften Rang.
Denkbar knapp hat Carsten-Otto Nagel im Sattel von Corradina den Einzug in das Springfinale der besten Vier bei den Weltreiterspielen in Kentucky 2010 verpasst. Ein Abwurf im ersten Umlauf im Springen der besten 30, warf den nach drei Umläufen noch auf Bronzerang liegenden Vize-Europameister von Windsor (2009) und seine holsteiner Schimmelstute aus dem Rennen. Nach dem Pechfehler im ersten Umlauf, zeigten sich Carsten-Otto Nagel und seine Corrado-Tochter zum Abschluss noch einmal von ihrer besten Seite: Sie verliessen den anspruchsvollen Parcours zwar fehlerfrei, als Sechstplatzierte des ersten Umlaufs konnten sie aber nur noch auf die Fehler der Mitbewerber warten. Doch von den vor Nagel platzierten Reitern, leistete sich lediglich der in Deutschland lebende Schwede Rolf-Göran Bengtsson mit Ninja La Silla einen Abwurf und liess somit Nagel einen Platz nach oben rücken: Platz fünf für das holsteiner Ausnahmepaar. "Man hat natürlich noch ein bisschen gehofft", so der frischgebackene Mannschaftsweltmeister. "Es ist natürlich enttäuschend, wenn man um einen Platz, am Finale der besten Vier vorbeischrammt. Noch ärgerlicher wäre es allerdings gewesen, im Finale Vierter zu werden."
Bei den übrigen vier Paaren blieben alle Stangen liegen, diese machen am Samstag den Weltmeistertitel in Springen - im Finale mit Pferdewechsel - unter sich aus: Der kanadische Olympiasieger von 2008 Eric Lamaze mit Hickstead (3,39 Minuspunkte), der Belgier Philippe Le Jeune mit seinem Hengst Vigo D'Arsouilles (4,11), der Brasilianer Rodrigo Pessoa mit HH Rebozo (6,80) und der Überraschungsfinalist Abdullah al Sharbatly aus Saudi Arabien mit Seldana di Campalto (7,07). Kaum noch eine Chance auf eine etwaige Finalteilnahme, hatten vor diesem entscheidenden Springen die drei übrigen deutschen Reiter. Marcus Ehning startete von Platz 27 und verabschiedete sich mit einem Abwurf im ersten und einer fehlerfreien Runde im zweiten Umlauf von den Weltreiterspielen in Kentucky. Im Gesamtklassement der Spring-WM 2010 landete er damit auf Platz 16. Während Ehning noch den zweiten Umlauf absolvierte, verzichtete Janne-Friederike Meyer nach der ersten Runde auf einen weiteren Auftritt mit ihrem Cellagon Lambrasco, die Schenefelderin war als 15. ins heutige Springen gestartet. Zwei Springfehler im ersten Umlauf machten die Chancen auf eine bessere Platzierung zunichte, die Reiterin verzichtete auf einen Einsatz im zweiten Umlauf. Aufgrund ihrer "Entscheidung fürs Pferd" beendete die 29-jährige WM-Debütantin die Weltmeisterschaft 2010 auf Platz 25, vor ihrer Mannschaftskollegin Meredith Michaels-Beerbaum aus Thedinghausen. Die 40-jährige, die durch ihre Nullrunde im zweiten Umlauf des Nationenpreis zum Team-Gold der deutschen Mannschaft entscheidend beigetragen hatte, musste im ersten Umlauf einen Abwurf und kurz darauf in der dreifachen Kombination eine Verweigerung ihres Hannoveraners Checkmate hinnehmen. "Checkmate mag keine überbauten Wassergräben", sagte die gebürtige US-Amerikanerin. "Da keine Teilnahme mehr am Finale möglich war, habe ich mich entschieden aufzuhören und mein Pferd für die nächsten Wochen zu schonen." Das Finale der besten Vier wird sicherlich zu einer spannenden Angelegenheit, der anstehende Pferdewechsel lässt allerdings vermuten, dass der Reiter mit der meisten Erfahrung und dem schnellsten Einfühlungsvermögen auf fremden Pferden, das Rennen machen wird. Hier dürfte der relativ unerfahrene Saudi Abdullah al Sharbatly gegen die erfahrenen, "alten Hasen" Pessoa, Lamaze oder Le Jeune, kaum eine Chance haben. Doch der Springsport birgt genügend Überraschungen, ein Herzschlagfinale ist - angesichts der hohen Leistungsdichte - garantiert. (Foto: Andreas Heine) Aktuell: Philippe Le Jeune (Belgien) ist Weltmeister 2010 |