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Ein tragischer Zwischenfall überschattete am Freitag das Reitturnier im dänischen Vilhelmsborg: Der achtjährige Holsteiner Cypriano brach nach einem fehlerfeien Ritt tot zusammen, alle Rettungsversuche schlugen fehl.
Nachdem Sören von Rönne, Mannschaftsweltmeister des Jahres 1994, mit dem erst achtjährigen braunen Holsteiner eine fehlerfreie Runde bei der "Danish Christmas Show" in Vilhelmsborg absolviert hatte, brach der Wallach urplötzlich zusammen. Trotz schnellem und großem Einsatz zahlreicher Helfer, war Cypriano nicht mehr zu retten, der Wallach verstarb vor den fassungslosen Augen seines Reiters und des anwesenden Publikums. Die Art und Weise des Zusammenbruchs erinnert stark an den Tod des Weltklassespringpferdes Hickstead, der KWPN-Hengst war Anfang November in Verona auf ähnlicher Weise tot zusammengebrochen. Die Autopsie hatte im Fall von Hickstead ergeben, dass der Olympiasieger von 2008 an einem Aortenabriss gestorben war.
Damals kamen in der Öffentlichkeit schnell Diskussionen auf, der Tod Hicksteads sei "unverhältnismäßiger Überbeanspruchung" durch den Springsport geschuldet. Bei nüchterner Betrachtung des Themenkomplexes "Aortenruptur", erweist sich dieser ungeheuerliche Vorwurf an Pferdesportler recht schnell als populistisch und haltlos, denn ein Aortenabriss (auch Aortenruptur) ist meist die Folge bereits länger bestehenden, degenerativen Veränderungen der Gefäßwand, infolge deren, die Gefäßwand urplötzlich reisst. Darüber hinaus, kann es auch als Folge eines Brustkorbtraumas (z.B. nach starken Prellungen im Brustkorbbereich, wie z.B. einem Sturz) zum besagten Aortenabriss kommen - was aber im Fall der zwei oben genannten Pferde als Ursache eindeutig auszuschliessen ist. Als Ursache der Aortenruptur nennen führende Mediziner degenerative Veränderungen der Gefäßwand der Aorta, wie man sie beispielsweise im Humanbereich von der Arteriosklerose her kennt (Stichwort Aortendissektion). In der Veterinärmedizin ist der Aortenabriss bei Rindern, Schweinen, Pferden und dem Strauss bekannt, allerdings ist dieser Bereich bisher relativ wenig erforscht. Fachleute nennen als Ursachen hierfür eine angeborene Bindegewebsschwäche und erhöhter Blutdruck. Die Erforschung dieses Bereiches werden freilich Cypriano, Hickstead oder Gribaldi kaum noch helfen können, intensive wissenschaftliche und tiermedizinische Bemühungen, könnten künftig jedoch zur besseren Vorsorge und entsprechender Betreuung von Hochleistungspferden beitragen. |