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Der US-Tierschutz hat im Bundesstaat Maryland 110 Araber beschlagnahmt. Obwohl das Gestüt zu den größten Zuchstätten für polnische Araber in den USA gilt, war der vorgefundene Gesundheitszustand der Pferde aus Sicht der Behörden nicht mehr zu verantworten.
Die idyllisch gelegene und historisch bedeutende Canterbury Farms sieht sich gern als die größte und bedeutendste Zuchtstätte für polnische Araber in den USA. Doch das Gestüt geriet bereits im vergangenen Jahr ins Visier der Tierschützer und Veterinärbehörden, damals wurde der gesundheitliche und Futterzustand einiger Pferde bemängelt und die Gestütsbesitzer aufgefordert, schnellstens Abhilfe zu schaffen. Bei einem erneuten Besuch durch den zuständigen Tierschutz in Begleitung von Veterinären, stellte man jedoch sogar eine erhebliche Verschlimmerung der Zustände fest: Die Araber-Pferde waren größtenteils bis auf die Knochen abgemagert, mit langen und/oder ausgebrochenen Hufen und aufgrund von Parasitenbefall, schlecht im Fell. Mitte April mussten sogar sechs Tiere eingeschläfert werden, der dramatische gesundheitliche Zustand der (meist älteren) euthanasierten Pferde sei nicht mehr zu verantworten gewesen, so die zuständigen Behörden. Um dieses Drama endgültig zu beenden, haben die Tierschützer in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft und den Veterinärbehörden, nun weitere 110 Araber-Pferde beschlagnahmt. Die Tiere sollen vorerst in "geeigneten" Einrichtungen untergebracht und entsprechend versorgt werden, bis sich ihr gesundheitlicher und futtermäßiger Zustand verbessert.
Wie es dazu kommen konnte, ist bisher unklar, der zuständige Staatsanwalt ermittelt. Fest steht, dass das Gestüt in neuerer Zeit, als Immobilie zu Spekulationszwecken dienen sollte: Gestütsinhaber Parkinson hatte das Anwesen im Jahr 2001 für 1,5 Millionen US-Dollar gekauft und versucht seit 2008, die Canterbury Farms zunächst für 6,2, dann für 4,2 Millionen US-Dollar weiter zu veräußern. Allein für die Futterkosten der rund 150 Pferde, hätte das Araber-Gestüt ca. 10.000 Dollar monatlich aufbringen müssen, Geld das derzeit offensichtlich nicht zur Verfügung steht. Araber im entsprechenden Rassentyp und mit gefragter Abstammung waren in den USA lange Zeit zu spektakulären Preisen gehandelt worden und galten als absolutes Prestigeobjekt, das zu Durchschnittspreisen von ca. 30.000 Dollar und mehr gehandelt wurden. Im Zuge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, hatte die Nachfrage nach diesen Pferden erheblich nachgelassen, viele Araberzüchter blieben auf ihre Zuchtprodukte (und damit verbundenen Kosten) stehen. Dieses Problem ist allerdings für die Öffentlichkeit keinesfalls neu, die zuweilen beängstigenden Folgen der unbedachten Spekulation mit Pferdezucht und -verkauf, sind dank Irland allgegenwärtig. (Bildmaterial Araber: Trescastilos) |