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Das gestrige Freispringchampionat in Prussendorf sah bei den Vierjährigen den Landrebell-Sohn Legolas B und bei den Dreijährigen einen Sohn des Passiano als Sieger. Das Gesamtniveau der vorgestellten Pferde war insgesamt enttäuschend.  Legolas B (Foto oben), der Sieger bei den vierjährigen Pferden, ist ein Sohn des mehrfachen S-Siegers Landrebell (v. Landadel x Bonjour) aus aus der Sambuco-B-Tochter Suny Girl. Legolas stammt aus der Zucht von Cordula Stahl aus Iden, seine Mutter Suny Girl brachte bereits mehrere im Turniersport erfolgreiche Sportpferde, darunter die S-platzierte Guido-Tochter Garantie 72, oder die Askanier-Tochter Askonia 3, die im letzten Jahr (fünfjährig) unter dem Sattel von Alena Bartel-Reichert, erfolgreich in Springpferdeprüfungen der Klasse M war. Legolas B überzeugte nicht nur durch souveränes und vermögendes Springen, der Vierjährige kann vom Typ her seinen sporterfolgreichen Vater kaum leugnen, die Grundgangarten sind locker und getragen - insgesamt lässt seine gestrige Vorstellung auf eine vielversprechende Zukunft im Springsport hoffen.
 Sieger bei den Dreijährigen wurde ein Sohn des Passiano (v. Pessoa VDL x Semit) aus der Zucht von Udo Döring aus Plossig. Die Mutter des Fuchses stammt ab vom ebenfalls im Springsport erfolgreichen Ramiro-Sohn Rame Z. Der Dreijährige sprang mit einer bewunderswerten Übersicht und Ruhe immer von der Stange weg und verriet dabei durch ein vorbildliches Aufmachen mit der Hinterhand Lockerheit und unbegrenztes Vermögen.
Zwischen den Siegern der jeweiligen Alterklasse und ihren Altersgenossen lagen ansonsten - hinsichtlich Qualität als Springpferd - Welten, wenn nicht gar Lichtjahre. Biedere Hausmannskost ist in diesem Zusammenhang eher eine schmeichelhafte Bezeichnung, die meisten der beim Freispringchampionat 2010 in Prussendorf anwesenden Nachwuchspferde hatten mit einer überdurchschnittlichen Eignung als Springpferd kaum etwas zu tun. Kommentar des Richters Horst Lösche (Nationenpreisreiter für die ehemalige DDR und immer noch aktiver Turnierreiter): "Schwach, schwach, schwach...". Auch wenn einige der gestern vorgestellten Kandidaten über einen modernen Typ und halbwegs ordentliche Grundgangarten verfügten, die gezeigte Springveranlagung war an diesem Tag unterirdisch. Ob die Aussteller nicht um die sehr hohen Ansprüche von Springpferdekäufern wissen, oder sich über die mangelhafte Springqualität ihrer Nachzucht nicht im klaren sind, es gilt: Nicht jedes Pferd, das verletzungsfrei 1,20m überwindet, ist ein den heutigen Marktanforderungen entsprechendes Springpferd. Und der Bessere ist des Guten Feind... (Bildmaterial Andreas Heine) |