Presseerklärung: Rodrigo Pessoa deutet Manipulationen an

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Presseerklärung: Rodrigo Pessoa deutet Manipulationen an

Der Brasilianer Rodrigo Pessoa hat am vergangenen Wochenende in einem Brüsseler Hotel eine Presseerklärung zum Medikationsfall seines Pferdes Rufus abgegeben. Bei Rufus war in Hongkong der synthetische Wirkstoff Nonivamide nachgewiesen worden.

Presserklaerung von Rodrigo PessoaPessoa war aufgrund des Nachweises der verbotenen Substanz Nonivamide (eine künstlich hergestellte, Capsaicin-ähnliche Substanz), Anfang Oktober, durch ein FEI-Gericht zu einer viereinhalb monatigen Turniersperre verurteilt worden. Im Gegensatz zu seinen Kollegen Bernardo Alves, Denis Lynch und Christian Ahlmann, hatte sich der Brasilianer bisher nicht öffentlich zu den Doping- bzw. Medikationsvorwürfen geäussert. Nun gab der Olympiasieger von 2004 in Begleitung eines seiner drei Anwälte eine Presseerklärung ab, in der er seinen Standpunkt in dieser Angelegenheit darlegt. Nachfolgend einige seiner Aussagen in Original (französisch), gefolgt von der deutschen Übersetzung:

Originalzitat
"Je pense qu'il est important que je puisse expliquer ma version des faits. Parfois, il faut savoir donner des détails sur ce qui s'est passé. Ma réputation est mise en jeu et dans ce cas, il est obligatoire de se défendre. Avant le contrôle positif de mon cheval lors de la dernière manche des Jeux Olympiques, je n'avais jamais entendu parler de la Nonivamide et j'affirme que nous n'avons rien administré au cheval !"
Übersetzung
Ich denke, dass es sehr wichtig ist, meine Sichtweise zu den Vorkommnissen darzulegen. Manchmal können Details zu den Geschehnissen hilfreich sein. Mein Ruf steht in diesem Fall auf dem Spiel, also muss ich mich wehren.
Vor dem positiven Nachweis bei meinem Pferd anlässlich der Olympischen Spiele, hatte ich niemals zuvor von Nonivamide gehört und meinem Pferd nichts dergleichen verabreicht.

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Der Brasilianer versucht den Fund dieser Substanz bei seinem Pferd Rufus zu erklären:

Originalzitat
"La première est une crème que mon groom utilise sur lui-même. Il s'est fracturé la clavicule il y a deux ans et son médecin au brésil lui a prescrit une crème où la Nonivamide est présente. Vu les conditions climatiques humides et chaudes, il souffrait sur place et a utilisé plusieurs fois cette crème et il est donc possible qu'il lui en restait sur les mains lorsqu'il s'est occupé de Rufus. C'était une erreur, mais je n'étais pas au courant.

La seconde explication, c'est que la jument de Doda a été opérée à Hong-Kong. Elle a dû être anesthésiée plusieurs fois et elle a eu un postérieur qui a gonflé. Pour la soigner, on lui a prescrit des médicaments à base de Nonivamide mais durant leur séjour sur place, Rufus et Picolien ont utilisé la même machine à glace durant les 15 jours passés à Hong Kong …

La troisième source de contamination possible se trouve dans le fait que la Nonivamide est présente dans de nombreux insecticides et pesticides mais contrairement aux deux premières explications, nous n'avons pas pu apporter beaucoup de pièce au dossier à ce sujet."
Übersetzung
Der erste Erklärungsansatz wäre der, dass mein Pfleger, eine Nonivamide-haltige Salbe bei sich selbst angewendet hat. Er hatte sich vor zwei Jahren das Schlüsselbein gebrochen und sein Arzt in Brasilien hatte ihm eine Salbe verschrieben, die Nonivamide enthält. Angesichts der klimatischen Bedingungen in Hongkong - Feuchtigkeit und Wärme - machte ihm die alte Verletzung zu schaffen und so ist es denkbar, dass noch Reste dieser Salbe an seinen Händen hafteten, während er sich um Rufus kümmerte.

Der zweite Erklärungsansatz wäre, dass Dodas (damit ist Alvaro Alfonso de Miranda Neto gemeint) Stute in Hongkong operiert worden war. Sie wurde mehrfach anästhesiert, doch es traten Schwellungen auf. Um diese zu behandeln, wurden der Stute Nonivamide-haltige Medikamente verschrieben. Doch Rufus und Picolien (Dodas operierte Stute) mussten sich während des 15-tägigen Aufenthaltes in Hongkong eine Eismaschine teilen.

Der dritte Erklärungsansatz wäre, dass Nonivamide in zahlreichen Insektiziden und Pestiziden vorkommt, doch im Gegensatz zu den ersten zwei Erklärungen, haben wir derzeit hierzu nicht genügend Informationen zur Verfügung.

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Ebenfalls bemerkenswert sind einige Aussagen des Brasilianers bezugnehmend auf die Schlußrunde der Einzelwertung, als kurz davor die positiven Doping- / Mediaktionsfälle bekannt worden waren und sich wie ein Lauffeuer verbreiteten:

Originalzitat
"Durant ces Jeux, Rufus a tutoyé des barres et en a même fait tomber, il n'y avait donc rien d'anormal. Par contre, après l'annonce des 4 premiers cas de dopages, j'ai vu des chevaux sauter beaucoup moins bien que d'habitude ….. Lorsque la bombe est tombée le matin de la finale, il y en a quelques uns qui ont fait marche arrière de leurs méthodes habituelles et les chevaux sautaient beaucoup moins bien ce jour là ...donc c'est sûr qu'il y a un problème."
Übersetzung
Während dieser Olympischen Spielen, hat Rufus sowohl Stangen berührt, als auch abgeworfen, also alles normal. Im Gegenteil, nach Bekanntwertden der vier Dopingfälle, habe ich Pferde gesehen, die schlechter als gewohnt sprangen...Als die Bombe (gemeint ist hier das Bekanntwerden der positiven Tests) an diesem Morgen platzte, gab es einige unter uns, die von ihren gewohnten Methoden absahen, so dass die Pferde an diesem Tag schlechter sprangen...offensichtlich besteht hier ein Problem.

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"von ihren gewohnten Methoden absahen..." - dann sprangen die Pferde schlechter. Ist das zu fassen? Und DAS anlässlich einer Olympiade? Die Stars der Szene reden sich zunehmend um Kopf und Kragen, doch die Geschichte mit dem stinkenden Sumpf im Springsport ist nun wirklich nicht neu. Jetzt sprechen sogar die Springreiter selbst von "gewohnten Methoden" - natürlich nur bei Kollegen, nie bei sich selbst. Schade, man hätte sicherlich gern mehr zu dem Thema gehört.


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