Pferdekauf - BGH-Urteil zur Haftung bei Pferdeauktionen

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Pferdekauf - BGH-Urteil zur Haftung bei Pferdeauktionen

In einem aktuellen Urteil hat der Bundesgerichtshof etwas mehr Klarheit in Sachen Haftung bei öffentlichen Pferdeauktionen geschaffen. Eine Grundsatzentscheidung zur Mängelhaftung bei Auktionspferden war in der Pferdewelt sehnsüchtig erwartet worden.

Pferdekauf - BGH-Urteil zur Haftung bei PferdeauktionenKauft ein Verbraucher sein Pferd bei einem gewerblichen Verkäufer (Ausbilder, Händler, professionelle Züchter, etc.) und treten einige Zeit später vermeintliche Mängel auf, so gelten laut aktueller Rechtsprechung die Vorschriften des Verbrauchsgüterkaufs. Dies bedeutet, dass der Verkäufer beweisen muss, dass der durch den Käufer geltend gemachte Mangel, zum Zeitpunkt der Übergabe des Pferdes, nicht vorgelegen hat. Gelingt ihm dies nicht, so kann der Pferdekäufer relativ problemlos (zumindest theoretisch) den Kauf wandeln (Rückabwicklung des Kaufes, ein anderes Pferd, etc.).
Bei Pferdekauf im Rahmen öffentlicher Pferdeauktionen, liegen hingegen vollkommen andere Ausgangsbedingungen vor, da zum einen der Zuschlag zumeist durch einen öffentlich bestellten Auktionator abgewickelt wird und zum anderen die Verbände - als Veranstalter der Auktionen - lediglich eine Mittlerrolle einnehmen. Darüber hinaus, sind die Auktionsbedingungen sowohl für Aussteller, wie auch für Käufer bindend.

Im vorliegenden Fall hatte eine Frau die hobbymäßig ein Gestüt betreibt, im Jahr 2005, im Rahmen einer Auktion des Hannoveraner Verbandes, ein Pferd ersteigert. Einige Zeit nach dem Zuschlag, stellte die Käuferin fest, dass die teure Neuerwerbung ein Freikopper ist. Da die Käuferin befürchtete, dass diese "Unart" auch gesundheitlich Folgen wie Koliken nach sich ziehen würde, wollte sie den Auktionskauf wandeln: Neben dem Zuschlagspreis, forderte die Klägerin vom Hannoveraner Zuchtverband auch Entschädigung für durch den Vorgang entstandene Kosten, insgesamt ca. 200.000 Euro.
Der Bundesgerichtshof widersprach jedoch im aktuellen Urteil (Aktenzeichen: VIII ZR 71/09) der Auffassung der Klägerin, weil aus Sicht der Richter, für öffentliche Pferdeauktionen nicht die Regeln eines "normalen Pferdekaufvertrages" gelten würden, sondern die Umstände einer öffentlichen Versteigerung Gültigkeit hätten. Aus Sicht der Klägerin bedeutet dieses Urteil, dass sie den Nachweis erbringen muss, dass zum Zeitpunkt des Auktionsverkaufs, der Mangel ( im vorliegenden Fall "Freikoppen" ) bereits vorgelegen hat.

Der BGH hat zur Klärung dieses Sachverhalts den Fall an das Oberlandesgericht zurückverwiesen, der nun aufgrund von Sachverständigengutachten darüber befinden muss, ob das Auktionspferd bereits zum Zeitpunkt der Versteigerung ein Freikopper war. Da die in § 476 BGB für den Verbrauchsgüterkauf geregelte Beweislastumkehr laut BGH-Urteil nicht zum Tragen kommt, ist diese Tatsache von der Klägerin und nicht vom Zuchtverband zu beweisen.


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