Olympiade 2008 - Wie das IOC die Internetzensur in China zulässt

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Olympiade 2008 - Wie das IOC die Internetzensur in China zulässt

Die deutschen Olympia-Pferde sind in Hongkong wohlbehalten gelandet, die Show könnte nun beginnen, doch schon droht Ärger: Das totalitäre chinesische Regime zensiert das Internet - und das IOC und die Jubelpresse schauen untätig zu.

Die schönsten olympischen Spiele aller Zeiten sollten es werden. Wie dies unter einem totalitären Regime möglich sein soll, darauf war man allerdings schon gespannt, verstehen sich die Chinesen doch seit jeher als Meister der Zensur und Unterdrücker elementarer Menschenrechte. "Es gibt noch Unzulänglichkeiten. Ich habe aber darauf bestanden, dass die Medien uneingeschränkten Zugang zum Internet bekommen werden." hatte noch im April IOC-Präsident Jacques Rogge mit Bezug auf die Olympiade 2008 verkünden lassen.
Nun müssen Journalisten entsetzt feststellen, dass China den Zugang zu bestimmten Internetseiten systematisch blockt, die vermeintlich "uneingeschränkte" Pressefreiheit ist eine peinliche Farce. Peinlich für das IOC, die die Weltöffentlichkeit belogen hat und sich zum Handlanger eines Terrorregimes degradiert - und darüber hinaus überrascht ist, dass (einige) Pressevertreter entsetzt reagieren.

Warum schweigen deutsche Pferdejournalisten?
Die Internetzensur und die massiven Einschränkungen der Pressefreiheit betreffen selbstverständlich uns alle, denn als Demokraten sollten Beachtung der Menschenrechte und Pressefreiheit für uns alle ein Thema sein. Statt dessen schweigt die deutsche Pferdepresse und berichtet lieber lakonisch darüber, dass die 14 deutschen Pferde die Olympiastätte in Hongkong - nach über 9.000 Kilometer Flug - wohlbehalten erreicht hat. War das denn anders zu erwarten?
Scheinbare Belanglosigkeiten werden zu "heissen News" hochstilisiert, die Masse soll möglichst seicht und locker mit unerträglich leichter Kost abgefüttert werden. Wo bleibt aber angesichts der Ereignisse der Aufschrei der Demokraten? Wo bleibt angesichts Internetzensur und massiven Einschränkungen der Meinungsfreiheit die Empörung über den Umgang der Chinesen mit Menschenrechten? Die Pferdepresse, die ansonsten als Lordsiegelbewahrer von Tierschutz und "zeitgemäßen Haltungs- und Umgangsbedingungen" in Sachen Pferd bei jedem auch noch so winzigen Verstoss entsetzt aufschreit, interessiert sich scheinbar nicht dafür.

Die Themen der aktuell heraus gegebenen Pferdenachrichten sind derzeit einmal wieder leichte Kost. Und sie sind es, weil der Pferdejournalismus hierzulande faktisch nicht existiert. Der Pferdejournalismus ist zu einer Abschreibmaschinerie von Verbands- und Veranstaltungsmeldungen herunter gekommen, Recherche oder kritisches Hinterfragen unerwünscht. Und sie machen alle mit - obwohl Olympia 2008 auch eine Chance darstellt, dass die ganze Welt China deutlich zeigt, was man von Derartigem hält. Doch wenn sich sog. Journalisten und Pferdesportstars lieber über das Herunterkühlen von überhitzten Pferde als über massive Menschenrechtsverletzungen unterhalten, ist dies menschenverachtend und respektlos gegenüber mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern Chinas. Die seichte, durch unkritische Pseudomedien transportierte Unterhaltungskultur, soll offenbar in ihrer Idylle nicht gestört werden. Es ist offenbar wichtiger zu erfahren, wie oft die Olympia-Pferde in Hongkong täglich gestriegelt werden, als zu erfahren, unter welchen unakzeptablen Umständen, die Farce abgespult wird.

Natürlich geht es in erster Linie um den Sport, doch sind teilnehmende Sportler westlicher Nationen nicht in erster Linie Demokraten? Tragen sie nicht eine erhebliche Mitverantwortung in Sachen Demokratie und Pressefreiheit?
Offensichtlich nicht. Doch die Vertuschung und das systematische Schweigen werden nicht fruchten, sondern werden dazu beitragen, die Beteiligten ins rechte Licht zu rücken. Schweigen ist aktive Mittäterschaft. Und ein Armutszeugnis für verblendete Pferdeschreiberlinge "Pferdejournalisten" und deren Leser/Zuschauer. Seichte Kost für eine realitätsfremde, harmoniebedürftige Masse, die - nicht nur in Sachen Pferde - den Kopf in den Sand steckt.
Die hässliche Fratze des chinesischen Alltags geht uns Demokraten alle etwas an, wir sollten das Manifest der Menschenrechte und Pressefreiheit mit medial "dicken Dübeln" ins Gesicht der chinesischen Totalitaristen und des kommerzgesteuerten, merkbefreiten IOC tackern. Der Olympische Gedanken existiert auch abseits des Spring- oder Dressurplatzes - das müssen nur auch alle Beteiligten begreifen.

Weitere Artikel zum Thema IOC / Internet-Zensur in China:
- "China unterdrückt im Pekinger Pressezentrum freie Recherche im Internet." - Spiegel-Online
- "Internetzensur löst Zerreißprobe im IOC aus" - Sueddeutsche Zeitung


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