Infektiöse Anämie - Sperrbezirk im Ostallgäu

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Infektiöse Anämie - Sperrbezirk im Ostallgäu

Nachdem bei einem Pferd im Ostallgäu die infektiöse Anämie festgestellt worden war, errichtete das zuständige Veterinäramt einen Sperrbezirk um den Ortsteil Gennachhausen in der Gemeinde Stöttwang im Ostallgäu.

Infektioese Anaemie - Sperrbezirk im OstallgaeuDer Transport von Pferden aus diesem zum Sperrbezirk erklärten Gebiet heraus oder hinein ist nur noch mit Genehmigung des Veterinäramtes zulässig, darüber hinaus, müssen alle Vierbeiner auf die ansteckende Blutarmut (infektiöse Anämie / EIA) untersucht werden. Hengste aus dem Sperrbezirk um Gennachhausen dürfen zur Bedeckung im Natursprung oder Samengewinnung nur herangezogen werden, wenn sie zweimal im Abstand von drei Monaten jeweils mit einem negativen Ergebnis auf die Pferde-Blutarmut untersucht worden sind. Als weitere Vorsichtsmaßnahme gegen die Verbreitung der für Einhufer tödlich endenden Krankheit, haben die zuständigen Behörden im Ostallgäu angeordnet, das Fahrzeuge (Anhänger, LKW, Zugfahrzeuge, etc.), die für den Transport von Einhufern, die im benannten Sperrbezirk gehalten werden, verwendet worden sind, vor weiterem Gebrauch nach Anweisung der zuständigen Behörde gereinigt und desinfiziert werden müssen.
Erste epidemiologische Ermittlungen des Veterinäramts Ostallgäu hatten ergeben, dass das erkrankte Pferd, Anfang 2010 aus einem Bestand in Seestall nach Gennachhausen gelangt war. Seit dem Herbst 2009 waren in Bayern einige Fälle der hochansteckenden Blutarmut nachgewiesen worden, zuletzt im Nachbarlandkreis Landsberg, Gemeinde Fuchstal.

Kurze Zeit davor waren bereits Fälle von an infektiöser Anämie erkrankten Pferden in Nordrhein-Westfalen, in Rheinland-Pfalz und in Hessen (hier ganze sieben Fälle) bekannt geworden. Auffällig in nahezu allen Fällen ist, dass es sich hierbei fast ausschliesslich um Pferde handelt, die ohne gültigen (oder mit womöglich gefälschten) Gesundheitszeugnisse aus Rumänien importiert worden waren. Nachdem die Infektiöse Anämie in Deutschland fast als ausgerottet galt, waren in Rumänien im Jahr 2009 etwa 11.000 Seuchenfälle offiziell gemeldet worden.

Die Infektiöse Anämie (EIA) ist eine Viruserkrankung, die nur die Familie der Equiden (Esel, Maultiere, Maulesel und Pferde) vorkommt, Menschen sind nicht gefährdet. Übertragen wird die Krankheit meistens von blutsaugenden Insekten, wie beispielsweise Bremsen und Mücken. Der Krankheitsverlauf kann akut, chronisch oder inapparent (unauffällig) sein und je nach Krankheitsform können die Symptome variieren bzw. unterschiedlich stark auftreten.
Problematisch ist die Tatsache, dass an EIA erkrankte Pferde, lebenslang Virusträger bleiben und somit eine ständige Gefahr für gesunde Tiere darstellen. Deshalb müssen Pferde mit infektiöser Anämie zwingend eingeschläfert werden. Das Auftreten der Krankheit ist unverzüglich dem zuständigen Veterinäramt zu melden. Das Veterinäramt sorgt in Folge für die Nottötung der betroffenen Tiere und errichtet die notwendigen Sperren für die betroffenen Regionen, wie in diesem aktuellen Fall im Ostallgäu.

Angesichts der Gefährdung, die von infizierten Pferden für andere Tiere ausgeht, weisen die Veterinärämter und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dringend darauf hin, daß nur Tiere mit den nötigen Gesundheitszeugnissen importiert werden sollen, damit die heimischen Bestände keinem unnötigem Gesundheitsrisiko ausgesetzt werden. Weiterhin werden Pferdekäufer angehalten, nur von seriösen Quellen zu kaufen, wobei hier die Herkunft der Tiere und die Echtheit der Gesundheitszertifikate der importierten Pferde, sicher gestellt werden sollte.


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