Hype um Totilas - Die perfekte Marketing-Strategie

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Hype um Totilas - Die perfekte Marketing-Strategie

Geht es um Moorlands Totilas, so scheiden sich hierzulande die Geister, emotional geführte Debatten inklusive. Die Nachricht, dass der KWPN-Hengst ab sofort für geneigte Züchter verfügbar sein soll, hat eine neue Diskussionsrunde entfacht.

Hype um Moorlands Totilas - die perfekte Marketing-StrategieMarketing-Experten wissen es: Wer etwas verkaufen will, muss stets im Gespräch bleiben. Und Totilas sorgt mit seinen sportlichen Erfolgen und spektakulären Auftritten permanent dafür, dass er im Gespräch bleibt. Ob seine Auftritte den klassichen Vorstellungen von Dressur entsprechen, ist aus Sicht der Vermarktungsstrategie vollkommen bedeutungslos - diesbezügliche Negativschlagzeilen und hitzige Diskussionen tragen lediglich dazu bei, die ohnehin schon enorme Popularität des Hengstes, zusätzlich zu erhöhen. Warum? Es gibt keine Negativschlagzeilen, negativ ist lediglich, wenn man gar nicht erwähnt wird. Und davon kann im Fall des vermeintlichen "Überhengstes" kaum die Rede sein.

Image-Building: Der gemachte Überhengst
Kees Visser (Besitzer von Totilas) und sein Reiter Edward Gal haben durch ein perfektes Management und nicht zu unterschätzende reiterliche Fähigkeiten dafür gesorgt, dass Moorlands Totilas zu dem wurde, was er heute ist: Ein überragendes Dressurpferd mit dem Nimbus des Unbesiegbaren, dem die Herzen der Zuschauer und der Öffentlichkeit nur so zufliegen und in Holland mittlerweile eine nationale Institution ist.
Dies alles hat über die Jahre sicherlich viel Geld gekostet; wie lässt sich Investment-Objekt Totilas refinanzieren? Ein etwaiger Verkauf kommt derzeit - zumindest bis nach den Weltreiterspielen in Kentucky - kaum in Frage, so hat man sich überlegt, den Hengst für eine Decktaxe von ca. 5.500 Euro, der Züchterschaft verfügbar zu machen. Wie bitte? 5.500 Euro, und DAS in der heutigen Zeit? Ist dies nicht - vorsichtig ausgedrückt - etwas vermessen?
Weit gefehlt, es ist Teil einer klugen Marketing-Strategie, die zweifellos aufgehen wird.

Züchterdenke: Nur teuere Hengste sind gut
Totilas' Besitzer und Reiter wissen um die weit verbreitete Meinung, richtig teure Hengste, seien besonders "gut", oder ihre Nachkommenschaft sei besonders begehrt. Sie wissen um die Spekulantenmentalität und Realitätsverleugnung der Pferdebranche. Sie verstehen es damit auch meisterlich, eine Begehrlichkeit zu wecken, die - vorerst zumindest - ihre Kassen füllen wird.
Sie heizen die Begehrlichkeit auch damit an, indem behauptet wird, nur "ausgesuchte Qualitätsstuten", dürften die Liebesdienste des Überhengstes in Anspruch nehmen. Betrachtet man jedoch, wie diese vermeintliche Auswahl stattfindet, so ist man erstaunt: Da wird lediglich der per Fax durch den Züchter übermittelte Abstammungsnachweis "beurteilt". Wie bitte? Selektion nur nach Abstammung? Natürlich, denn eine allseits beliebte Marketing-Strategie ist, die "Ware" als knapp zu deklarieren, um eine schnelle Nachfrage und Torschlusspanik loszutreten.
Was soll der Hype um Totilas bewirken? Er wird ohne Zweifel viele Stuten bekommen, Visser spricht von ca. 500.000 Euro Deckgeld, allein in diesem Jahr.

Wer lässt bei ihm decken?
Laut Visser, bisher enorm viele Anfragen aus Deutschland und Übersee. Was einen verwunden dürfte, denn in kaum einem anderen Land werden die Auftritte von Totilas mehr kritisiert, als hierzulande.
Diese scheinbar schizophrene Einstellung der deutschen Züchter belegt allerdings die momentan herrschende Kopflosigkeit in Sachen Pferdezucht, die da meint, Nachkommen von Hengsten (mit weisser Weste in Sachen Nachkommensleistung) mit "exklusiver" Decktaxe, liessen sich besser/leichter/teurer vermarkten.
Dabei sollte man aus Erfahrung wissen, dass bei einer derart hohen Decktaxe, der Verkaufserlös eines Grossteils der Fohlen/Nachkommen, nicht einmal Decktaxe und Tierarztkosten decken wird. Aber so ist es mit Spekulanten - sie setzten halt alles auf die 17.

Wie vererbt sich Moorlands Totilas?
Das weiss bisher niemand. Fest steht, dass der Hengst über Jahre im Sport erfolgreich war und noch ist, darüber hinaus, verfügt er scheinbar über die Härte, diese Belastungen dauerhaft auszuhalten. Alles andere ist wilde Spekulation und Hoffnung. Doch gerade DAS ist ein sicheres Anzeichen für eine durchdachte und erfolgreiche Marketing-Strategie der Besitzer. Und hiervon könnten Pferdezuchtromantiker und Visionisten noch einiges lernen - zum Wohl des eigenen Geldbeutels.

Aktuell aus Kentucky:

  • Totilas unter Gal Dressur-Weltmeister 2010 - <Spekulantentraum> Alle Totilas-Fohlen werden ab sofort für 50.000 EUR aufwärts gehandelt </Spekulantentraum>
  • Edward Gal und Totilas schaffen mit dem Gewinn der Kür den WM-Triple - die ersten Fohlenvermarktungsvisionisten träumen bereits von einer Villa auf Bahamas

Pikant - Hannoveraner Verband soll Totilas angeblich in Verden ausgeladen haben - Widersprüchliche Darstellungen der Beteiligten

[Breaking News] 15.10.2010 - Totilas an Paul Schockemöle verkauft


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