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Menschen die Pferde mögen, lieben auch Märchen, so abenteurlich diese auch erscheinen mögen. So kursiert derzeit das Gerücht, der Hannoveraner Verband hätte Totilas für einen Auftritt in Verden zunächst eingeladen, um ihn anschliessend wieder auszuladen.
Totilas, seines Zeichens Doppeleuropameister von Windsor und dreifacher Dressurweltmeister von Kentucky 2010, sollte in Verden auftreten - heisst es. Der Dressurvirtuose und sein geschickter Dirigent - Edward Gal - wären sogar honorarfrei nach Verden angereist, um den ultimativen Dressur-Popstar der letzten Monate live tanzen zu lassen und dem hannoverschen Publikum, eine Galavorstellung zu bieten. Doch dann, so die allwissenden Quellen weiter, hätte der Vorstand des Hannoveraner Verbandes, das niederländische Weltmeisterpaar wieder ausgeladen, mit der Begründung, Moorlands Totilas sei kein Hannoveraner. Unverschämtheit! Verbohrtheit! Schwachsinniger Protektionismus! - hallt es aus den Lautsprechern der gutgläubigen Zuhörerschaft. Es herrscht helle Aufregung, Unverständnis und Entsetzen ob dieser Willkür und fehlender Sensibilität, machen sich allenorts breit. Mit Recht - würde diese Aussage und die pikanten Details stimmen. Doch was ist an diesem Gerücht dran?
In einem Telefonat mit Pferde-Gestuet.de, dementierte der Zuchtleiter des Hannoveraner Verbandes entschieden diese Darstellung, bestätigte jedoch, dass Totilas - vor einiger Zeit, also nicht aktuell - nach Verden kommen sollte, um vor großem Publikum in der Niedersachsenhalle aufzutreten. Allerdings, war Totilas keinesfalls eingeladen worden, das Angebot für den Auftritt in Verden, kam seinerzeit aus Holland, so Dr. Schade. Herr Kind hätte damals das Anliegen den Zuständigen vorgetragen, allerdings hätte damals der Vorstand die Idee postwendend verworfen, da Totilas weder Hannoveraner sei, noch für den hannoverschen Verband zur Anerkennung anstand. Von "ausgeladen" also, könne keine Rede sein, so Schade weiter. Da jedoch jede Medaille zwei Seiten hat, sprach Pferde-Gestuet.de auch mit Edward Gal, der sich an einem "derartigen Angebot oder geplantem Auftritt" in keinster Weise erinnern kann. Weiterhin beteuerte Gal, er könne sich Derartiges auch kaum vorstellen, Totilas sei seit geraumer Zeit ein grosser Star und hätte Werbung in eigener Sache kaum nötig, so der dreifache Weltmeister weiter. Und zum jetztigen Zeitpunkt, schon gar nicht, so der selbstbewusste Niederländer. Ein Anruf bei Totilas' Besitzer brachte auch nicht mehr Aufklärung, Kees Visser stehe derzeit für Interviews in Sachen Totilas nicht zur Verfügung, Fragen zu diesem Thema werden aktuell auch nicht beantwortet, liess der Chef von Moorland Investments verkünden. Doch wer die geniale Strategie und den Hype um Totilas aufmerksam verfolgt hat, weiss um die geschickten Schachzüge seiner Manager, eiskalte Professionalität und geniale Legendenbildung inklusive. Ein Dr. Schade, der behauptet, Totilas wäre nie eingeladen worden und die Niederländer, die entweder schweigen, oder sich an diesen Sachverhalt gar nicht erinnern können. Für die Wahrheitsfindung wenig dienlich, aber Tatsache. Fakt ist - und hier stimmen die Aussagen der beiden Parteien überein - dass es sich keinesfalls um ein aktuelles Ereignis handelt, sondern ein etwaig geplanter Auftritt - von wem auch immer initialisiert - , der Vergangenheit angehört. Wie kann dann ein derart hanebüchener Unsinn entstehen und was wird damit bezweckt? Es macht zwar kaum Sinn, die Entstehungsgeschichte und Metamorphose eines Gerüchtes zu analysieren, oder gar nachzuvollziehen, denn die blühende Phantasie der Märchenerzähler aus dem Pferdeland ist hinreichend bekannt - doch was bezwecken die vermeintlich allwissenden "Insider"? Der deutsche Schriftsteller Georg Moritz Ebers hat seinerzeit zu dem Thema gesagt "Von allem Wachsenden auf Erden wächst nichts so schnell als das Gerücht - und dennoch ist es ein armer Findling, der seine eigenen Eltern nicht kennt." [Breaking News] 15.10.2010 - Totilas an Paul Schockemöle verkauft |