Ergebnis der FEI-Rollkur-Debatte in Lausanne

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Ergebnis der FEI-Rollkur-Debatte in Lausanne

Eine einberufene Expertenrunde der FEI hatte gestern in Lausanne einen Beschluss in Sachen Rollkur zu fassen. Das Ergebnis: Eine salomonisch-nichtssagende Formulierung der erlaubten Methoden und Stewards, denen zukünftig der Schwarze Peter zugeschoben wird.

FEI mit Beschluss in Sachen RollkurPolitiker, Parteien, Verbände und andere Institutionen, die die Wahrheit meiden wie der Teufel das Weihwasser, haben eines gemeinsam: Klare Formulierungen und eine mutige, exakte Positionierung sind in derartigen Runden kaum zu erzielen. Ergebnislose und aussagenleere Diplomatie, statt wirksamen Entscheidungen, hohle, zweideutige Phrasen und Wortklauberei, statt Klarheit.
Das Ergebnis der gestrigen FEI-Expertenrunde zum Thema Hyperflexion/Rollkur ist schnell dargestellt: Die Rollkur (verstanden als eine Kopf- und Halsposition die durch eine aggressive Reitweise entsteht) sei inakzeptabel und wird zukünftig sanktioniert. Der Ausweg für die Anhänger dieser Reitweise: Der Begriff LDR ( "Low, Deep and Round" ), der eine extrem tiefe Einstellung von Pferdekopf und -Hals bezeichnet, jedoch ohne Aggressivität erreicht wird.
Prima! Jetzt hat es die FEI geschafft, die in der Öffentlichkeit und durch ausgewiesene Experten kritisierte Rollkur, anderweitig zu umschreiben und eine "aggressive Reitweise" als alleiniges Unterscheidungskriterium zu etablieren. Und wer entscheidet über das Vorliegen einer "aggressiven Reitweise"? Die Stewards, jene bedauernswerte Wesen, die die Feigheit und Entscheidungsunfähigkeit einer obsoleten und von Interessen Dritter gelenkte Institution, zukünftig auszubaden haben. Die FEI hat sich aus der Sache herauslaviert und kann zukünftig über "klare Richtlinien" sprechen, deren Umsetzung - natürlich - dem vermeintlich geschulten Auge der Stewards obliegt.

Und (fast) alle Beteiligten verkaufen den faulig stinkenden Kompromiss als Fortschritt in Sachen Rollkur. Sie stellen sich als ausgewiesene Saubermänner und engagierte Tierschützer hin und schieben hochbrisante Entscheidungskompetenzen - im Rahmen unklarer Formulierungen - den Stewards zu, die zukünftig vermutlich nichts mehr zu lachen haben.
Selbst Dr. Gerd Heuschmann - ein ausgewiesener Gegner der Rollkur - zeigte sich laut Pressemeldungen mit dem Ergebnis zufrieden und sprach von einer "konstruktiven Gesprächsatmosphäre", ohne auf die Brisanz der Formulierungen einzugehen: "[...] the consensus of the group was that any head and neck position achieved through aggressive force is not acceptable. The group redefined hyperflexion/Rollkur as flexion of the horse's neck achieved through aggressive force, which is therefore unacceptable. The technique known as Low, Deep and Round (LDR), which achieves flexion without undue force, is acceptable. The group unanimously agreed that any form of aggressive riding must be sanctioned."
Der gestrige Beschluss entlarvt die FEI einmal mehr als fremdgesteuerte, beschlussunfähige Marionette mit Angst vor der eigenen Courage - egal auf welcher Seite in Sachen Rollkur man steht.


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