Ephebe for Ever - Ein besonderer Galoubet-Sohn

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Ephebe for Ever - Ein besonderer Galoubet-Sohn

Das Blut des unvergesslichen Alme-Sohnes Galoubet A findet hier in Deutschland Verbreitung hauptsächlich über seine Söhne Baloubet du Rouet und Quick Star. Doch es gibt einen weiteren Spross des grossartigen SF-Hengstes, der einen näheren Blick verdient.

Ephebe for Ever - Hengst von Galoubet ADer 1972 geborene Galoubet A war bis zu seinem internationalen Durchbruch alles andere als unumstritten. Sein aufwändiges Springen und seine Kapriolen zwischen den Sprüngen (heftiges Auskeilen und Buckeln) überzeugten nicht gerade auf Anhieb die französischen Experten. Sein nicht gerade perfektes Exterieur und die Tatsache, dass er einer französischen Traber-Mutter (TF- Trotteur francais) entsprang, trugen auch dazu bei, dass Galoubet zweijährig nicht gekört wurde. Fünfjährig begann er seine Turnierlaufbahn unter Benoit Mauriac und sehr bald zog der 1,73m große Hengst die Blicke der französischen Spitzenreiter auf sich. Jean François Pellegrin sah den eigenwilligen Alme-Sohn und wollte ihn unbedingt erwerben; bald entsandte er seinen Reiter Gilles Bertran de Balanda in den Stall von Mauriac, um Galoubet auszuprobieren. Doch der Springreiter war nicht sofort "Feuer und Flamme", er zog den Rat von Nelson Pessoa hinzu - der Brasilianer riet vehement von einem Kauf ab. Pellegrin und de Balanda kauften den Hengst trotzdem, der Rest ist Geschichte.

Galoubets Mutter Viti war eine Traber-Stute, die aufgrund der Tatsache, dass sie für den Trabrennsport zu langsam war, Springpferd werden sollte. Sie wird als sehr groß (1,70m) beschrieben, die Stute konnte - für einen Traber nicht gerade selbstverständlich - traumhaft galoppieren und zeigte einen aussergewöhnlichen Sprung. Doch Viti liess sich nicht entsprechend reiten, so beschloss man sie in die Zucht zu nehmen, wo sie Galoubet A und zwölf weitere Nachkommen brachte.
Es ist unter erfahrenen Kennern unumstritten, dass Kreuzungen mit Traber-Blut, hochqualitative Springpferde ergeben können. Der legendäre Reiter und Pferdekenner Alwin Schockemöhle, sowie sein experimentierfreudiger Kumpel Leon Melchior (Zangersheide) versuchen sich seit zwei Jahren in der Materie - sie vertreten die Ansicht, dass F1-Produkte aus der Kombination Traberhengst x Warmblutstute, bzw. Warmbluthengst x Traberstute über aussergewöhnliche Springeigenschaften verfügen können. Als Beispiele für die Untermauerung dieser Ansichten werden Halla, Jappeloup oder Lutteur B heran gezogen - allerdings erwähnt man erhrlicherweise auch, dass eine grosse Mehrheit der Nachkommen aus derartigen Kombinationen - bezugnehmend auf die klassische Reiterei und dem Springsport - "Ausschußware" sind. Auch wenn man der Traber x Warmblut-Kreuzung sportlich einiges zutraut, so empfiehlt man doch, mit diesen Pferden nicht weiter zu züchten. Zu groß sei die Gefahr der Aufspaltung in der F2-Generation, die zeitweise spektakulären Springeigenschaften würden nur äusserst selten weiter vererbt. Für diese Theorie wird sehr gern die Stute Halla heran gezogen, deren Nachkommen sich - trotzt Top-Beritt und etlichen Chancen - bestenfalls als Durchschnitt erwiesen hatten.

Doch Galoubet A stellt auch diesbezüglich eine große Ausnahme dar, die Nachkommen des großen Franzosen, feierten international einen Sieg nach dem anderen und stellten somit die konstante Vererbungsgabe ihres Vaters eindrucksvoll unter Beweis. Sein Blut erfährt hierzulande in der Hauptsache über den (unter Meredith Michaels-Beerbaum) erfolgreichen Quick Star (v. Galubet x Nithard AA) und über den mehrmaligen Weltcup-Sieger Baloubet du Rouet (unter Rodrigo Pessoa) eine nicht unerhebliche Verbreitung.
Das Problem: Weder von Baloubet, noch von Quick Star, sind - trotz sorgfältiger Anpaarung - Exterieurwunder zu erwarten, zeitweise sind ihre Nachkommen nicht gerade das, was man unter bedienungsfreundlich oder rittig versteht. Bei Nachkommen des Quick Star, sollte man euch in der Anpaarung auf genügend Größe und gute Halsformation der Mutterstute achten, ansonsten sind die Nachkommen ziemlich weit weg, von dem, was man unter Reitpferd versteht. Doch sportlich gesehen, haben sowohl Baloubet, wie auch der kleine Quick Star überzeugt, ihre Nachkommen sind überdurchschnittlich oft Springpferde besonderer Klasse.

Es gibt allerdings einen weiteren Galoubet-Sohn, der ebenfalls international geglänzt hat und darüber hinaus, Enkel der vermeintlich wertvollsten, französischen Zuchstute aller Zeiten - Tanagra - ist: Der monumentale Dunkelbraune heisst Ephebe for Ever und war unter Christian Hermon in zahlreichen Großen Preisen und Nationenpreisen erfolgreich. Sechs Jahre lang sammelte der mit 1,78m recht statiöse Hengst internationale Platzierungen und Siege in CSIs und CSIOs bis fünf Sterne. Der züchterische Durchbruch von Ephebe for Ever steht allerdings noch bevor, der Hengst wurde nicht - nicht zuletzt aufgrund seiner Größe - sonderlich intensiv genutzt. Doch seine wenigen Nachkommen lassen sich (wie er auch) ungewöhnlich gut reiten und verfügen über ein sehr gutes Maul. Sie sind einfach handzuhaben und geradezu "springgeil". Keine Guckigkeit, keine Kapriolen. Allerdings gibt es unter seinen Nachkommen sehr große, geschlechtsspezifische Unterschiede: Während die Stuten "normal groß" (1,64-1,70) und frühreif sind, sind seine männlichen Nachkommen oftmals sehr groß (weit über 1,70) und brauchen eine lange Entwicklungszeit. Die männlichen Nachkommen des Ephebe for Ever verfügen durch die Bank - trotz ihrer Größe - über eine fantastisch leichtfüßige, bergauf gesprungene Galoppade und eine tragfähige Hinterhand. Sie sind sehr sensibel und hellwach und verfügen über alles an Vermögen für den "besseren" Springsport. Allerdings bedarf ihre enorme Galoppade (ähnlich wie bei ihrem Vater Ephebe for Ever auch) eines langen Trainings, um den heutzutage erforderlichen, technischen Anforderungen zu genügen.
Die Stuten hingegen, präsentieren sich anders: Von Anfang an mit einer praktischen Galoppade ausgestattet, springen sie auch von der Art her (Bascule, Beintechnik, Vermögen) geradezu spektakulär. Sie sind vom ersten Moment an im Gleichgewicht und wie die männlichen Nachkommen von Ephebe auch, äusserst vorsichtig. Ephebe for Ever ist übrigens für SF, BWP, KWPN und - seit 2003 - auch für Holstein zugelassen.

Pedigree
Ephebe For Ever (SF) Galoubet A Alme Ibrahim
Girondine
Viti (TF) Nystag (TF)
Ida de Bourgoin (TF)
Geisha N Night and Day xx Soleil Levant xx
Nuit de Noces xx
Tanagra Furioso xx
Délicieuse

Ein Blick in die Abstammung verrät Aussergewöhnliches: Der Vollblüter Night and Day xx ist Vater zahlreicher, international erfolgreicher Springpferde, darunter Danoso und Escurial, die aus der Grossmuter von Ephebe for Ever (der Stute Tanagra) hervorgehen.
Tanagra ist selbst eine Tochter des legendären Vollblüters Furioso xx und ebenfalls als Mutter des "Chef de Race"-Hengstes Jalisco B (als Vater von Quidam de Revel und u.a. Rochet M unter Alexandra Ledermann) bekannt. Ihre zahlreichen Töchter und Tochterstöchter waren in hohem Maß selbst international erfolgreich und sind wiederum Mütter berühmter Sprinpferde und namhafter Leistungsvererber der internationalen Springpferdezucht. Es ist nahezu unmöglich auf die fantastische Vererbungsleistung dieser grossartigen Stute en Detail einzugehen, erwähnen sollte man aber den Abdullah-Sohn Cabdula du Tillard (v. Abdullah x Galoubet A x Tanagra), ebenfalls international erfolgreich und in Frankreich ein hoch geschätzter Vererber.

Für wen käme Ephebe for Ever als Vererber in Frage? Der Hengst ist erste Wahl für alle Stuten, die Blut, Größe und Springvermögen benötigen, ohne dass dabei Elastizität und Leichtfüßigkeit verloren geht. Er vererbt - für einen Franzosen - eine weit überdurschnittliche Rittigkeit und eine großzügige Bergaufgaloppade. Seine Nachkommen kann man getrost als unkompliziert bezeichnen, sie sind "fromm" und leistungstreu.
Menschen, die "besonderes Blut" haben wollen und Besitzer einer Stute mit begrenzter Galoppade bei guter Vorderbeintechnik sind, können mit Ephebe for Ever kaum etwas falsch machen. Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass man von Ephebe, wenn er auch exterieurtechnisch nichts verschlechtert, kaum Exterieur- oder Bewegungswunder erwarten kann. Seine Nachkommen sind Pferde, die als leistungsfähige Springpferde glänzen und keinesfalls "Verkaufspüppchen" oder Schau-Ballerinas. Übrigens: Anders als bei Baloubet oder Quick Star, riskiert man mit ihm als Hengst kaum unschöne Köpfe bei den Nachkommen. (Foto: Julien Counet)

Mehr Infos zu dem SF-Hengst
- Video (YouTube) von Ephebe for Ever
- Video von einer Ephebe-Tochter im Parcours
- Sportliche und züchterische Leistung des Stammes (PDF)


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