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Dillenburg - Wie das Hessische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft am 11. Februar mitteilte, wird der Zeitvertrag mit Landstallmeister Uwe Xanke, nach dem 1. März 2010 nicht mehr verlängert. Somit steht das Landgestüt Dillenburg vorerst ohne Gestütsleiter da.
Nach eigenen Angaben, war das Ministerium unzufrieden mit den Verwaltungsabläufen und will zukünftig das Landgestüt in den Landesbetrieb Landwirtschaft in Kassel integrieren - hierzu steht allerdings der notwendige Landtagsbeschluss noch aus. Xanke hatte den Landstallmeister-Posten im Frühjahr 2004 übernommen und in den vergangenen sechs Jahren versucht, die althergebrachten und bis dahin hochdefizitären Strukturen des Dillenburger Landgestüts zu modernisieren und den Betrieb zu mehr Wirtschaftlichkeit zu führen. Angesichts knapper öffentlicher Kassen und einer real existierenden Konfrontation mit renommierten und flexiblen Privathengsthaltern und einem hochqualitativen Hengstlot des Landgestütes Celle, versuchte Xanke völlig neue Wege zu beschreiten, um die wirtschaftliche Existenz des traditionsreichen Landgestütes zu sichern: Hierzu gehörten neuartige Ausbildungskonzepte, Erschliessung und Ausbau von Touristik, sowie neue Finanzierungswege für die Anschaffung interessanter Junghengste mit Hilfe von Sponsoren.
Der 53-jährige Agrarwissenschaftler hatte seine Karriere als Assistent der Geschäftsführung beim Hannoveraner Verband begonnen, danach war der geborene Wuppertaler stellvertretender Geschäftsführer des Pferdesportverbandes Rheinland und von 1997 bis 2004 Alleinvorstand der Pferdesport Service und Marketing AG. Reiterlich ist Uwe Xanke ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt, nachweisbare Erfolge in Dressurprüfungen bis Klasse S und Volontariate an der Spanischen Hofreitschule in Wien und bei Jan Bemelmanns, verdeutlichen die in der heutigen Zeit mehr als notwendige reiterliche Kompetenz für das Bekleiden des Postens eines Landstallmeisters. Kommt Florian Solle wieder? Da das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beabsichtigt, Dillenburg in den Landesbetrieb Landwirtschaft in Kassel zu integrieren, jedoch für das Landgestüt eine "geeignete Aufsicht" benötigt wird, könnte es zu einem Wiedersehen mit dem letzten Zuchtleiter des ehemaligen Hessischen Pferdezuchtverbandes, Florian Solle, geben. Im Gegensatz zum Praxismann und erfahrenen Reiter Uwe Xanke, ist der stets freundlich und jovial lächelnde Solle als Figur der alten, unrühmlichen "Garde" bekannt, viele verdiente Züchter und Szenekenner behaupten, Solle und die damalige Verbandsführung, hätten den hessischen Zuchtverband mit Unvermögen, Realitätsverkennung und einer beispiellosen Verbohrtheit, züchterisch und wirtschaftlich am Rande des Abgrunds gebracht. Wie auch immer, Florian Solle stand bereits Mitte der 90-er Jahre auf Kriegsfuss mit der Leistungszucht, der damalige Zuchtleiter und Exterieur-Evangelist, hatte - trotz Wasserwaage und niedlichen Formulierungsfloskeln - zu keinem einzigen Zeitpunkt seiner Tätigkeit, züchterische oder gar vermarktungstechnische Akzente zu setzen vermocht. So gesehen, können sich Privathengsthalter diesbezüglich bequem zurücklehnen - Man hat grundsätzlich Angst nur vor Wölfen, nicht vor Pudeln. |